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Moderne Hufschmiedewettbewerbe und deren Nutzen….ein Bericht von Hannes HOFER, N.Ö.

 

Hufschmiedewettbewerbe haben sich in den letzten Jahren immer mehr positiv gewandelt.

-          Die Hufkorrektur und die Arbeit mit dem Pferd bekommt immer größeren Stellenwert.

-          Der länderübergreifende  Austausch wird immer wichtiger.

-          Bei allen größeren Veranstaltungen sind die namhaften Hufeisenhersteller vertreten und lassen Erkenntnisse in die Herstellung und Entwicklung neuer Hufeisen einfließen.

-          Fast die Hälfte der Werkzeughersteller kommen aus den Wettkämpfen und verbessern diese ständig.

-          Ähnlich wie in vielen anderen Sportarten puschen sich die Besten gegenseitig und entwickeln so neue Techniken welche im Alltag den Pferden zu gute kommen

-          Beim Bewerb „Adlerauge“ wird eine Technik angewandt, welche im Beschlagsalltag erhebliche Vorteile beim Aufrichten der Hufeisen bringt.

Doch der Reihe nach:

Die Hufkorrektur wird vorher mit den Richtern besprochen um eine bestmögliche Balance für das Pferd zu erreichen. Während die Zeiten fürs Schmieden immer kürzer werden (Speed Bewerb bei EM: 2 Vordereisen mit Einhauenden gefeilt in 20 Minuten!) wird bei der Arbeit am Pferd Zeit für Qualität gegeben. Jeder Millimeter zählt. Sohle und Strahl müssen bestmöglich geschont werden um volle Funktion und Schutz für den Huf zu erhalten. Kein auch nur kleiner Schnitt zu viel! Auf der anderen Seite muss alles Horn was nicht gesund erscheint oder Zerfallshorn  ist, entfernt werden.  Es darf nicht zu viel Horn gebrannt werden, schon gar nicht die Sohle. Die Eisen müssen perfekt an den Huf angepasst werden und nicht umgekehrt. Kappen und Nieten werden nach Möglichkeit in die Hornwand eingelassen. Im Finish wird die Hornwand mit Schleifschwamm und neu entwickelten Schleifwerkzeugen völlig glatt gemacht um eine der Deck- und Glasurschichte ähnliche Oberfläche zu erzielen. Diese ist aufgrund der modernen Sandplätze, welche diese Schutzschicht meist ganz abschleifen, nur mehr bei wenigen Pferden erhalten. Eine neue Technik, beim Wettkampf entwickelt und perfektioniert. Ich konnte bereits bei vielen Pferden feststellen, dass dadurch weniger Schmutz und Bakterien auf der Hornwand bleiben. Die Hufe bleiben gesünder und widerstandsfähiger. Bleibt zu hoffen dass sich dieser Mehraufwand durchsetzt, von den Schmieden angenommen, und den Pferdebesitzern honoriert wird. Nach dem Beschlag wird der Gang von den Richtern kontrolliert. Der Sonderpreis für das beste Horsemanship war ein toller Ansatz und Zeichen für die Wichtigkeit des Umgangs mit den Pferden. BRAVO!

Die beim „Adlerauge“ immer öfters angewandte Technik beruht auf der Tatsache, dass alle Teile des Hufes in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.  Ähnlich wie Leonardo da Vinci beim Menschen Größenverhältnisse aufgezeigt hat, hat man auch bei Hufen diese Verhältnisseder Hufteile in Größe und Form zueinander gefunden. Diese Erkenntnis nützt man um schneller und besser eine perfekte Balance zu erreichen. Seit Jahren wird diese Methode in England, USA und jetzt auch in Österreichs Berufsschule unterrichtet. Dass effizientes, schnelles, genaues Anpassen der Hufeisen große Vorteile bei  jungen und unruhigen Pferden bringt, steht außer Zweifel.

(Beim Bewerb Adlerauge wird ein Huf 10 Sekunden aus einer Entfernung von 2 Metern gezeigt. Daraufhin ist ein Hufeisen möglichst passgenau zu fertigen)

Auch in Dänemark  waren  z.B. einer  der weltweit größten Hufeisenerzeuger (Fa. Werkman) präsent und hatten ein offenes Ohr für unsere Verbesserungsvorschläge. So wird nach Manuels  Vorschlägen bereits ein Einschweissteil für orthopädische Hufeisen verbessert.

Anders als bei Tagungen werden länderspezifische Methoden zur Hufkorrektur, Fertigung und Beschlag gleich in der Praxis von jedem Teilnehmer umgesetzt. Der Lerneffekt ist groß, die gegenseitige Hochachtung gewaltig.

Viele neue Werkzeuge werden von Wettkampfschmieden entwickelt und erzeugt. Billy Crothers, Jim Keith, Jim Blurton, Derek Gardner oder Antoine  Corona mit Aluminiumhufeisen um nur einige zu nennen. Ergonomie, Qualität, Gewicht kommen allen Hufbearbeitern zu Gute.

Ich wünsche mir auch in Österreich mehr Hufschmiede die bereit sind, Zeit und Mühe zu opfern für diese einzigartige Form der  Weiterbildung .  Noch jeder teilnehmende Hufschmied hat mir bestätigt eine bessere Technik beim Beschlagen, Anpassen, Umformen, Schmieden erlangt zu haben. „Seit ich auf Wettbewerbe fahre, beschlage ich einfach besser“ war nur eine Aussage. Darüber freuen sich in erster Linie die Pferde….

Der erste Hufschmiede Lehrlingswettbewerb Österreichs ist im Herbst 2014 in Planung. Ich hoffe auf zahlreiche Teilnahme und die Unterstützung der Lehrherren.

Hannes Hofer